Unbekannte Apfelsorten

67 Kleiner Neutzerling

Weitere Bezeichnungen: Knäcker, Knäckerle, Hirschknäckerle (Fränkische Schweiz).

ALLGEMEINES

Die uralte Sorte ist vermutlich vor 1600 in Franken entstanden. Eine erste Erwähnung findet sich in Wolfgang Jakob Dümlers 1651 in Nürnberg erschienenem „Obstgarten“. Um 1862 war der Knäcker in Mittelfranken allgemein verbreitet und sehr gerühmt wegen der „großen Bäume von großer Frucht¬barkeit“. Heute sind nur noch wenige alte Baumriesen im Forchheimer Land vorhanden. Seit etlichen Jahren wird die immer noch beliebte Sorte von Baumschulen wieder angeboten.

 

FRUCHT

Gestalt
klein, stumpfkegelförmig.

Schale
glatt, matt, sattgelb mit karminroten Streifen, die einen großen Teil der Frucht bedecken.

Fleisch
gelblich-weiß, fest, mäßig saftig, sehr süß und etwas aromatisch.

REIFE

September - November.

VERWENDUNG

zum Frischverzehr, im Haushalt zum Backen und Dörren.

BAUM

groß und alt werdend, trägt jedes Jahr, auch für raues Klima.

HERKUNFT DES BAUMES

Baumschule Schmitt, Poxdorf.

68 Köstlicher Tafelapfel (Schwabach)

Arbeitsname: Köstlicher Tafelapfel

Bei diesen Sorten handelt es sich um einen vorläugen Arbeitsnamen, der meist den Herkunftsort und eine einfache Sortenbeschreibung beinhaltet. Diese Sorten sind noch nicht eindeutig bestimmt.

ALLGEMEINES

Die Sorte stammt aus einem Bauerngarten am Weinberg am Nordwestrand von Schwabach. Die Besitzer verkauften die Früchte des Gartens bis vor einigen Jahrzehnten am Markt. Deshalb existieren dort bis heute bemerkenswerte und teils unbekannte Sorten. Der neben der Zufahrt stehende, deutlich veredelte Altbaum wurde sehr kurz nach der Entdeckung der Sorte im Jahr 2007 abgesagt.

Die Sorte ist bisher trotz markanter Merkmale deutschlandweit unbekannt.

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, mit markantem offenen Kelch, der von grünen Kelchblättchen bekrönt wird.

Schale
matt mit gelbgrüner Grundfarbe, Deckfarbe rosarot verwaschen.

Fleisch
süß weinsäuerlich, saftig.

REIFE

September.

VERWENDUNG

hervorragender Tafelapfel.

BAUM

unbekannt

HERKUNFT DES BAUMES

Weinberg bei Schwabach

 

69 Roter Walzenapfel

Arbeitsname: Roter Walzenapfel

Bei diesen Sorten handelt es sich um einen vorläugen Arbeitsnamen, der meist den Herkunftsort und eine einfache Sortenbeschreibung beinhaltet. Diese Sorten sind noch nicht eindeutig bestimmt.

 

 

 

ALLGEMEINES

Von dieser Sorte ist ein einziger Baum vom Flüglinger Berg bei Weimersheim bekannt. Hier stehen die Baumruine gemeinsam mit zahlreichen anderen wertvollen alten Sorten in einer verwahrlosten Schafhutung. Bei Pomologen ist der Apfel heute unbekannt. Er ist ein Relikt des früher wirtschaftlich bedeutenden Weimersheimer Obstbaus, der um den Ort eine Vielzahl heute vergessener Obstsorten hinterlassen hat.

 

FRUCHT

Gestalt
kugelförmig bis walzenförmig, Stiel kurz, oft verdickt.

Schale
matt, etwas rau, grüngelb, meist vollständig mit bräunlichroter Deckfarbe, deutliche Schalenpunkte.

Fleisch
gelblichweiß, grobzellig, mäßig saftig.

REIFE

Oktober.

VERWENDUNG

Wirtschaftsapfel.

BAUM

mittelstark wachsend.

HERKUNFT DES BAUMES

Flüglinger Berg bei Weimersheim

70 Schöner aus Miltenberg

Früherer Name: Rosa Kantenapfel (Markt Berolzheim)

ALLGEMEINES

Der Apfel war ursprünglich Lokalsorte aus dem westlichen Unterfranken, wo er auch heute noch bekannt ist; erhielt auf der Internationalen Obstausstellung 1904 in Düsseldorf einen ersten Preis und wurde dank dieser Empfehlung in ganz Deutschland verbreitet

 

 

 

FRUCHT

Gestalt
hochkegel- bis kugelförmig, zum Kelch "zugespitzt";

Schale
verwaschen rosa bis trüb rote Deckfarbe; kurze, breite Kelchblätter; enge Stielgrube; becherförmige Kelchhöhle; schmale, längliche Kernhauswände; kleine, kugelige Kerne.

Fleisch
Geschmack mild süß-säuerlich.

REIFE

Ende September, bis Dezember haltbar

VERWENDUNG

Tafel- und Wirtschaftsapfel.

BAUM

anfällig für Stippe, etwas für Schorf; für extensiven Streuobstbau trotz der Anfälligkeit für Stippe geeignet für mittlere und höhere Lagen (vorwiegend als fruchtbare und vielseitig verwertbare Sorte)

HERKUNFT DES BAUMES

Markt Berolzheim.

71 Mariabrunner Hartapfel

Arbeitsname: Mariabrunner Hartapfel

Bei diesen Sorten handelt es sich um einen vorläugen Arbeitsnamen, der meist den Herkunftsort und eine einfache Sortenbeschreibung beinhaltet. Diese Sorten sind noch nicht eindeutig bestimmt.

ALLGEMEINES

Drei Bäume dieser Sorte stehen auf einer früher beweideten Hangwiese bei Mariabrunn nahe Heidenheim. Infolge starker Verbuschung des Hanges sind diese einzigen bekannten Bäume bereits stark geschädigt, sodass eine Vermehrung dringlich ist. Pomologisch konnte die markante Frucht bisher nicht identifiziert werden.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, flachkugelig, teils zum Kelch breiter werdend.

Schale
hellgelb, selten mit orangeroter Deckfarbe, auffällige teils rot umhöfte Schalenpunkte.

Fleisch
weißlichgelb, fest, knackig, wohlschmeckend.

REIFE

Mitte bis Ende Oktober, hält bis Januar/Februar.

VERWENDUNG

Tafelapfel für den Winter.

BAUM

mittelstark wachsend.

HERKUNFT DES BAUMES

Mariabrunn bei Heidenheim.

72 Muskatartige Renette

Arbeitsname: Muskatartige Renette.

ALLGEMEINES

Bäume dieser Sorte wurden mehrfach im Landkreis aufgefunden, so in Rehlingen und Spiel-berg sowie bei Dettenheim und Markt Berolzheim. Im letzten Ort wurde der Name „Muskat-renette“ genannt. Deswegen handelt es sich eventuell um diese sehr alte, bereits 1608 beschriebene und vermutlich aus Holland stammende Hauptsorte.

 

 

FRUCHT

Gestalt
kugelförmig, meist etwas abgeflacht.

Schale
glatt, glänzend, gelblichgrün, sonnenseitig verwaschen bräunlichrot, oft stärker berostet.

Fleisch
weiß, fein, saftig, gewürzt.

REIFE

Oktober, lange haltbar.

VERWENDUNG

Tafelapfel für den Winter, auch für den Haushalt.

BAUM

mittelstark wachsend

HERKUNFT DES BAUMES

Nagelberg bei Dettenheim.

73 Mariabrunner Hartapfel

Arbeitsname: Mariabrunner Hartapfel

Bei diesen Sorten handelt es sich um einen vorläugen Arbeitsnamen, der meist den Herkunftsort und eine einfache Sortenbeschreibung beinhaltet. Diese Sorten sind noch nicht eindeutig bestimmt.

ALLGEMEINES

Drei Bäume dieser Sorte stehen auf einer früher beweideten Hangwiese bei Mariabrunn nahe Heidenheim. Infolge starker Verbuschung des Hanges sind diese einzigen bekannten Bäume bereits stark geschädigt, sodass eine Vermehrung dringlich ist. Pomologisch konnte die markante Frucht bisher nicht identifiziert werden.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, flachkugelig, teils zum Kelch breiter werdend.

Schale
hellgelb, selten mit orangeroter Deckfarbe, auffällige teils rot umhöfte Schalenpunkte.

Fleisch
weißlichgelb, fest, knackig, wohlschmeckend.

REIFE

Mitte bis Ende Oktober, hält bis Januar/Februar.

VERWENDUNG

Tafelapfel für den Winter.

BAUM

mittelstark wachsend.

HERKUNFT DES BAUMES

Mariabrunn bei Heidenheim.

74 Roter Spitzapfel

Arbeitsname: Roter Spitzapfel

Bei diesen Sorten handelt es sich um einen vorläugen Arbeitsnamen, der meist den Herkunftsort und eine einfache Sortenbeschreibung beinhaltet. Diese Sorten sind noch nicht eindeutig bestimmt.

 

 

 

ALLGEMEINES

Gemeinsam mit einigen anderen historischen Sorten wie dem Braunen Matapfel steht diese pomologisch noch nicht bestimmte Sorte in drei Altbäumen an einem früher beweideten Hang bei Mariabrunn südlich von Heidenheim. Vom Aussehen her zeigt die Sorte Ähnlichkeit mit der Gruppe der "Prinzenäpfel"

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, kegelförmig, hochgebaut, stark kantig, Stiel dünn.

Schale
matt, rau, grünlichgelb bis gelb, überwiegend verwaschen karminrot mit deutlichen Schalenpunkten.

Fleisch
gelblichweiß, mürb, mäßig saftig.

REIFE

Ende September, haltbar bis Anfang Dezember.

VERWENDUNG

Tafelapfel.

BAUM

mittelstark bis stark wachsend.

HERKUNFT DES BAUMES

Mariabrunn bei Heidenheim

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