Hauptsorte Apfel

1

 

2 Brauner Matapfel

Weitere Bezeichnungen: Blauapfel, Kohlapfel (Pfalz), Schwarzer Borsdorfer u. v. a.

ALLGEMEINES

Die uralte Sorte ist vor 1539 entstanden. Sie stammt vermutlich aus der Wetterau und war früher in Westdeutschland weit verbreitet, so vor allem im Rhein-Maingebiet. Bereits 1833/34 wurde der Braune Matapfel von der Triesdorfer Baumschule angeboten, war jedoch noch um 1860 in Mittelfranken selten. Drei alte Exemplare bei Heidenheim-Mariabrunn sind die derzeit letzten bekannten Bäume in ganz Franken.

 

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, oben stark abgestumpft, breite Rippen ziehen von der Stielgrube zum Kelch, tiefe Kelchgrube zwischen breiten Falten.

Schale
mit bläulichem Reif überzogen, Deckfarbe charakteristisch braunrot.

Fleisch
sehr fest, druckunempfindlich, saftig, Geschmack fein säuerlich, wenig gewürzt und süß.

REIFE

späte Ernte ab Mitte Oktober, bis Mai haltbar, in der Reife stark duftend.

VERWENDUNG

wertvoller Wirtschaftsapfel, sehr guter Mostapfel, vollreif auch als Tafelapfel brauchbar.

BAUM

wird sehr groß.

HERKUNFT DES BAUMES

Andresranken bei Mariabrunn (Heidenheim).

3 Charlamowsky

Weitere Bezeichnungen: Augustapfel, Ernteapfel, Borovitsky.

ALLGEMEINES

Entstanden ist die Sorte vermutlich im südlichen Russland. Die Erstbeschreibung durch Diel erfolgte 1823. Neben dem Weißen und Roten Astrachan war der regelmäßig und reich tragen-de Charlamowsky einer der beliebtesten Frühäpfel. Die Sorte ist heute in Deutschland weitge-hend verschwunden und fast nur noch in Sorten¬sammlungen vorhanden. Mindestens bis 1910 wurde die Apfelsorte von einer Ellinger Baumschule verkauft. Aktuell kommt die Sorte noch in Sammenheim und am Nagelberg bei Treuchtlingen vor.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, regelmäßig kugelförmig

Schale
glatt, weißgelb mit auffälligen und lebhaften roten Streifen.

Fleisch
weiß, saftig, säuerlich, wenig aromatisch.

REIFE

Mitte bis Ende August, ca. 4 Wochen haltbar.

VERWENDUNG

Tafel- und Wirtschaftsapfel.

BAUM

anfangs stärker wachsend, dann aber klein bleibend; gute Frosthärte.

HERKUNFT DES BAUMES

Nagelberg bei Treuchtlingen.

4 Damason-Renette

Weitere Bezeichnungen: Lederapfel (Mittelfranken), Graue Renette.

ALLGEMEINES

Die alte französische Sorte wurde bereits 1628 als „Reinette de Mascon“ beschrieben. Vor 1800 wurde sie in Deutschland eingeführt. Als oft empfohlene Standardsorte wurde sie bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts sehr stark verbreitet. Bereits um 1930 begann ihr Nieder­gang und sie verschwand aus den Baumschulkatalogen. Heute findet man noch häufiger Alt­bäume der schon lange nicht mehr gepflanzten Sorte, so z. B. bei Markt Berolzheim, Ellingen, Kattenhochstatt, Weimersheim und Heunischhof.

 

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, flachkugelig, gleichmäßig.

Schale
rau, oft die ganze Frucht feinschuppig berostet, sonst gelblichgrün mit blutrot verwaschener Deckfarbe.

Fleisch
hellgrünlichgelb, mäßig saftig, knackig-fest, süßsäuerlich, etwas gewürzt.

REIFE

Ernte Ende Oktober, genussreif von Mitte November bis April.VERWENDUNG

Tafel- und Wirtschaftsapfel, gut zu Obstwein.

BAUM

stark wachsend, auch für raue Lagen; Ertrag regelmäßig, Früchte windfest.

HERKUNFT DES BAUMES

Emetzheim.

5 Fraas Sommerkalvill

Weitere Bezeichnungen: keine.

ALLGEMEINES

Die Sorte wurde 1850 in Balingen auf der Schwäbischen Alb entdeckt. Wegen ihrer guten Eigenschaften verbreitete sie sich schnell. 1910 wurde sie von einer Ellinger Baum­schule, 1926 von der „Kreisbaum­schule“ Triesdorf angeboten. Seit einigen Generationen ist die Sorte aus den Baumschul­katalogen verschwunden, obwohl sie sich für Streuobstpflan­zungen sehr gut eignet. Auch in Baden-Württemberg sind heute kaum mehr Bäume zu finden.

 

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß bis groß, hochgebaut mit starken Rippen.

Schale
glatt, leicht fettig, grünlichgelb, nur besonnte Früchte sanft gerötet.

Fleisch
weiß, locker und süß weinsäuerlich.

REIFE

Anfang September, haltbar bis Ende Oktober

VERWENDUNG

Anfang September, haltbar bis Ende Oktober

BAUM

robuste Sorte, stark wachsend, Ertrag regelmäßig und hoch.

HERKUNFT DES BAUMES

Straßenbaum bei Gundelsheim (Altmühl).

6 Stina Lohmann

Früherer Name: Französische Goldrenette (fälschlich).

Weitere Bezeichnungen: keine.

ALLGEMEINES

Stina Lohmann ist eine in Norddeutschland weit verbreitete, sehr geschätzte Wintersorte. In Süddeutschland war sie früher sehr selten zu finden. Durch ihre Ähnlichkeit mit dem Korbiniansapfel wurde sie seit Jahrzehnten infolge Reiserverwechslung fälschlich als Korbiniansapfel gepflanzt.

 

FRUCHT

mittelgroß, flachrund, breit kantig; Schale gelb, sonnenwärts streifig gerötet; Früchte windfest, spät zu ernten und kaum welkend.

FLEISCH

gelblichweiß, fest, saftig, edel-süßweinig.

REIFE

Oktober, genussreif von Januar bis Juni

VERWENDUNG

Winterapfel für Tafel und Wirtschaft.

BAUM

starkwüchsig, bildet große breite Kronen; optimal in feuchtem, schwerem Boden; wird spät trägbar, dann aber regelmäßig und reichlich; späte Blüte.

HERKUNFT DES BAUMES

Treuchtlingen.

7 Jakob Fischer

Weitere Bezeichnungen: Schöner vom Oberland, Roter vom Oberland.

ALLGEMEINES

Die heute weit verbreitete Sorte wurde um 1903 vom Landwirt gleichen Namens bei Biberach in Oberschwaben als Zufallssämling gefunden. Als wohlschmeckende, früh reifende Sorte ist sie heute in Süddeutschland eine der häufigsten Apfelsorten, die auch noch gerne und oft gepflanzt wird.

 

 

FRUCHT

groß bis sehr groß, flachrund mit hellgelber Schale, meist mit leuchtend roter Deckfarbe; Schale glatt, glänzend, am Lager fettend

FLEISCH

sehr saftig, weinsäuerlich, aromatisch und sehr wohlschmeckend

REIFE

Ende August bis Anfang September, bei abnehmender Güte bis Ende

VERWENDUNG

sehr guter Tafelapfel, auf für die Küche

BAUM

starkwachsend, bildet schöne gerade Stämme mit typischerweise stark hängenden Ästen und großen Blättern.

HERKUNFT DES BAUMES

Unbekannt

8 Geflammter Cousinot

Weitere Bezeichnungen: Sommerrowiener (um Forchheim), Hohenheimer Schmelzling.

ALLGEMEINES

Der Ursprung des sehr schönen Apfels ist ungewiss. Erstmals beschrieben wurde er 1804 vom Pomologen Diel. Gemessen an den heutigen Restvorkommen war die Sorte früher im Landkreis weit verbreitet. Altbäume sind noch bekannt von Gundelsheim a. d. Altmühl, Fischerhaus bei Trommetsheim, Pfarrgarten Gnotzheim und Ottmarsfeld.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, flachkugelig, auffällig flache Stielgrube.

Schale
fein, nicht fettig, glänzend, zitronengelb, Deckfarbe flammenartig leuchtend rot, mit deutlichem, veilchenartigem Geruch.

Fleisch
weiß, locker, saftig, süßweinig, mit angenehmem Rosengeschmack.

REIFE

September.

VERWENDUNG

Tafelapfel, auch für die Küche.

BAUM

zunächst stark, später mittelstark wachsend.

HERKUNFT DES BAUMES

Fischerhaus bei Trommetsheim.

9 Geflammter Kardinal

Weitere Bezeichnungen: Pleißner Rambur, Geflammter Weißer Kardinal, Bachapfel.

ALLGEMEINES

Sehr alte deutsche Apfelsorte, deren Ursprung aufgrund des ursprünglichen Namens „Pleißner Rambur“ vielleicht in Sachsen liegt. Im Jahr 1801 erstmals beschrieben, war sie früher im Landkreis weit verbreitet und wegen ihrer guten Eigenschaften sehr beliebt. So findet man heute noch regelmäßig Altbäume dieser Sorte in Obstwiesen und –gärten.

 

FRUCHT

Gestalt
groß bis sehr groß, in der Form variabel: von kugelförmig abgeflacht über kegelförmig bis fassförmig, meist mit breiten Kanten, oft angenähert dreikantig; großes, offenes Kernhaus.

Schale
glatt, etwas fettig, grüngelb, meist schön rot gestreift.

Fleisch
weiß, saftig, säuerlich-süß, ohne Gewürz.

REIFE

Mitte September bis Anfang Oktober, haltbar bis Dezember.

VERWENDUNG

großfrüchtiger Wirtschaftsapfel, auch Tafelapfel.

BAUM

widerstandsfähige robuste Sorte, Wuchs anfangs kräftig, später in die Breite gehend, früh blühend, Ertrag regelmäßig.

HERKUNFT DES BAUMES

unbekannt

10 Grüner Stettiner

Weitere Bezeichnungen: Rowiener (mehrdeutig), Grüner Rowiener, Grüner Winterstettiner, Grüner Bietigheimer, Bamberger (Ansbach 1860).

ALLGEMEINES

Die alte deutsche Frucht wurde 1797 vom Pomologen Christ beschrieben. Sie war schon damals weit verbreitet, was auf ein hohes Alter der Sorte schließen lässt. Wegen seiner langen Haltbarkeit war der Grüne Stettiner sehr beliebt. Er wurde häufig mit dem sehr ähnlichen „Kugelapfel“ verwechselt. Im Landkreis stehen noch etliche Alt­bäume, so im Pfarrgarten Gnotzheim, bei Holzingen, Büttelbronn, Roxfeld, Wachstein, Weimersheim und Markt Berolzheim.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß bis groß; regelmäßig flachrund.

Schale
glatt, hellgrün, später gelblichgrün, Deckfarbe bei besonnten Früchten verwaschen trüb rot, hell umhöfte Schalenpunkte.

Fleisch
grünlichgelb, fest, vollsaftig, säuerlich erfrischend, wenig Zucker

REIFE

Ernte Anfang Oktober, genussreif ab Dezember, sehr lange haltbar bis April.

VERWENDUNG

lange haltbarer Wirtschaftsapfel für den Winter, auch zum Mosten.

BAUM

Wuchs stark, Krone breit ausladend, für Obstwiesen geeignet

HERKUNFT DES BAUMES

Holzingen

11 Kleiner Neutzerling

Weitere Bezeichnungen: Knäcker, Knäckerle, Hirschknäckerle (Fränkische Schweiz).

ALLGEMEINES

Die uralte Sorte ist vermutlich vor 1600 in Franken entstanden. Eine erste Erwähnung findet sich in Wolfgang Jakob Dümlers 1651 in Nürnberg erschienenem „Obstgarten“. Um 1862 war der Knäcker in Mittelfranken allgemein verbreitet und sehr gerühmt wegen der „großen Bäume von großer Frucht­barkeit“. Heute sind nur noch wenige alte Baumriesen im Forchheimer Land vorhanden. Seit etlichen Jahren wird die immer noch beliebte Sorte von Baumschulen wieder angeboten.

FRUCHT

Gestalt
klein, stumpfkegelförmig.

Schale
glatt, matt, sattgelb mit karminroten Streifen, die einen großen Teil der Frucht bedecken.

Fleisch
gelblich-weiß, fest, mäßig saftig, sehr süß und etwas aromatisch.

REIFE

September - November.

VERWENDUNG

zum Frischverzehr, im Haushalt zum Backen und Dörren.

BAUM

groß und alt werdend, trägt jedes Jahr, auch für raues Klima.

HERKUNFT DES BAUMES

Baumschule Schmitt, Poxdorf.

12 Fürst Blücher

Früherer Name:  Kleiner Langstiel (fälschlich)
Weitere Bezeichnungen:
keine.

ALLGEMEINES

Die Sorte entstand 1888 in Vellahn (Mecklenburg) 1888 als Züchtung von Fritz Köhnike aus Samen der ebenfalls aus Mecklenburg stammenden Tafelsorte „Gelber Richard“. Sie ist überregional verbreitet, doch heute selten bis sehr selten, selbst in ihrer mecklenburgischen Heimat. Auch der Herkunftsbaum in Sammenheim existiert nicht mehr.

 

FRUCHT

Frucht mittelgroß, kugelig bis etwas breit gebaut; Schale typisch weißlichgrün, fast ohne Deckfarbe; mit zahlreichen auffälligen Schalenpunkten, die teils konzentrische Kreise um den Kelch bilden.

Fleisch
sehr wohlschmeckend, aber nur kurz haltbar, überreif gummiartig weich werdend.

REIFE

Anfang Oktober, November bis Januar genussreif.

VERWENDUNG

schmackhafter Tafelapfel, auch Wirtschaftsapfel.

BAUM

mittelstark bis stark wachsend, wenige Kenntnisse vorhanden.

HERKUNFT DES BAUMES

Sammenheim.

13

 

14 Lütticher Ananaskalvill

Weitere Bezeichnungen: keine.

ALLGEMEINES

Die Herkunft der Frucht ist ungewiss, doch deutet der Name auf eine belgische Abstammung hin. Kurz beschrieben wurde die Sorte erst 1833 vom Pomologen Diel. Der robuste, sehr  ge­schätzte Apfel wurde lange Zeit von der Triesdorfer Baumschule verkauft. Aus dem Landkreis ist nur ein Altbaum bei Falbenthal (Wettelsheim) bekannt, knapp außerhalb auch bei Geils­heim und Ornbau.

 

FRUCHT

Gestalt
groß, kegelförmig, mit deutlichen, kalvill-typischen Rippen.

Schale
fein, glänzend, geschmeidig, vom Baum hellgrün bis gelbgrün, reif rein gelb und ohne Röte, mit auffälligen Schalenpunkten, am Stiel berostet.

Fleisch
weiß, fein, saftreich, von angenehm gewürztem, weinartigem Geschmack.

REIFE

Ende Oktober, genussreif ab Anfang Dezember bis weit ins neue Jahr.

VERWENDUNG

Wirtschaftsfrucht, auch für die Tafel.

BAUM

rasches Wachstum, früh tragbar, gegen Krankheiten robust.

HERKUNFT DES BAUMES

Falbenthal.

15 Rote Sternrenette

Weitere Bezeichnungen: keine.

ALLGEMEINES

Der Ursprung der Sorte liegt am Niederrhein, wo sie 1830 erstmals beschrieben wurde. Vor 1910 in Mittelfranken noch fast unbekannt, wurde sie ab den 1920er Jahren als eine der Standardsorten häufig angebaut. Wegen der schönen Färbung ist sie einer der beliebtesten „Weihnachtsäpfel“. Die Sorte ist noch bis heute in einschlägigen Baumschulen vorhanden. Altbäume findet man selten, Jungbäume jedoch fast regelmäßig in Neupflanzungen. Ein Altbaum, der leider um seine Leitäste beraubt wurde, steht im nahe gelegenen Pfarrgarten Gnotzheim.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, plattrund bis plattkugelig, gleichmäßig.

Schale
glatt, trocken, überwiegend dunkel karminrot bis purpurrot, mit zahlreichen sternartigen, hellen Schalenpunkten.

Fleisch
gelblichweiß, meist rot geadert, mäßig saftig und etwas würzig, überreif mehlig.

REIFE

Anfang Oktober, bis Januar haltbar.

VERWENDUNG

Tafel- und Wirtschaftsapfel mittlerer Güte und regelmäßiger Tragbarkeit.

BAUM

mittelgroß bis groß; anfangs schwach-, später starkwüchsig, Krone flachkugelig und ausladend, im Alter überhängend; robuste, anspruchslose Sorte, dadurch für Streu­obst sehr geeignet.

HERKUNFT DES BAUMES

Obstwiese südlich Emetzheim.

16 Wettringer Taubenapfel

Weitere Bezeichnungen: keine.

ALLGEMEINES

Die fränkische Lokalsorte stammt aus Wettringen bei Schnelldorf im westlichen Landkreis Ansbach. Der um 1900 entstandene, wohlschmeckende Zufallssämling wurde von Baumwart Koch seit den 1920er Jahren bekannt gemacht. Später wurde er vor allem durch die Schopflo­cher und Triesdorfer Baumschulen stark vermehrt und weit über den Rahmen einer Lokalsorte hinaus verbreitet. Manche Pomologen wollen in ihm die ältere amerikanische Sorte „Tauben­apfel von St Louis“ sehen. Aufgrund seiner guten Frucht- und robusten Baumeigenschaften zählt er heute zu den gerne gepflanzten Apfelsorten bei Streuobstpflanzungen.

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, kugelig bis hoch gebaut und kegelförmig.

Schale
glatt, weißlichgelb, Deckfarbe intensiv rot, verwaschen bis gestreift, um den Kelch oft typisch rosafarbig, am Baum bläulich bereift.

Fleisch
weiß, saftig und süßsäuerlich.

REIFE

Anfang Oktober, haltbar bis Dezember.

VERWENDUNG

sehr guter Tafelapfel, auch für den Haushalt.

BAUM

sehr stark wachsend, Krone hochpyramidal; Holz sehr frosthart.

HERKUNFT DES BAUMES

unbekannt.

17 Kleiner Herrenapfel

Weitere Bezeichnungen: Drüfken, Herrenapfel.

ALLGEMEINES

Uralte Sorte, die in Sachsen entstanden ist. Vor 150 Jahren war der wohlschmeckende Kleine Herrenapfel eine der beliebtesten und häufigsten Äpfel in Franken. Benefiziat Koch schreibt: „Dauerte hier im Jahre 1850 bis Lichtmeß, i. l. 2. Febr. Ist in Spielberg und Heidenheim ächt zu haben, u. im J. 1859 auch von mir im Schulgarten dahier vermehrt worden“. Der einzige bekannte Altbaum im Land­kreis steht in Zimmern. Ein weiterer, vor ca. 50 Jahren umveredel­ter Baum ist aus Weimersheim bekannt.

 

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, flachrund, regelmäßig geformt. „Drüfken“ bezieht sich auf die büschelweise hängenden Früchte; Apfelzwillinge sind häufiger.

Schale
glatt, grünlichgelb, Deckfarbe flächig karminrot.

Fleisch
säurearm und süß, reif bald mehlig.

REIFE

Mitte September, haltbar bis Oktober.

VERWENDUNG

Tafelapfel.

BAUM

Wuchs schwach, Krone kugelig.

HERKUNFT DES BAUMES

Zimmern.

18 Gascoynes Scharlachroter Sämling

Weitere Bezeichnungen: Gascoigne’s Sämling, Gascoignes Scarlet Seedling.

ALLGEMEINES

Die englische Sorte stammt aus der Grafschaft Kent. Sie war im Jahr 1871 erstmals im Handel und wurde vor 1899 nach Deutschland eingeführt. Sie ist ein Beispiel für die frühere Sortenzüchtung durch gezielte Auslese von Zufallssämlingen. Der hervorragende Tafelapfel ist auch optisch sehr ansprechend. Er ist jedoch wegen einiger schlechter Eigenschaften nicht häufig und nur für Hausgärten zu empfehlen.

 

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß bis groß; flachkugelig, oft schief, kelch- und stielseitig abgeplattet, Fruchtseiten kantig.

Schale
matt, etwas fettig; gelblichgrün, überwiegend verwaschen hellpurpurrot bis trüb karminrot, typisch sind die rot umhöften Schalenpunkte.

Fleisch
fast weiß, unter der Schale auch rötlich, fest, saftig, säuerlichsüß, mit sortentypischem, feinem, erdbeerartigem Aroma.

REIFE

Anfang Oktober, genussreif November bis Januar.

VERWENDUNG

hervorragender Tafelapfel.

BAUM

Wuchs erst stark, dann mittelstark; bildet eine breitkugelförmige Krone. frühzeitig tragbar, braucht guten Boden; neigt zur Fruchtfäule.

HERKUNFT DES BAUMES

Fischerhaus bei Trommetsheim.

19 Purpurroter Cousinot

Weitere Bezeichnungen: Purpurroter Cousinot (Magdeburg).

ALLGEMEINES

Die heute noch verbreitete Sorte ist nicht identisch mit dem um 1800 von Diel beschriebenen Purpurroten Cousinot. Sie wurde seit den 1920er Jahren, ausgehend vom Reisermuttergarten Magdeburg, über ganz Deutschland unter dem alten Dielschen Namen verbreitet. Mittlerweile ist aber auch diese Sorte sehr selten geworden und deshalb gefährdet.

 

FRUCHT

Gestalt
fassförmig mit relativ langem Stiel, Schale intensiv dunkelrot mit zahlreichen markanten Schalenpunkten.

Fleisch
oft unter der Schale und an den Gefäßbündeln gerötet.

REIFE

Ende November, bis ins Frühjahr haltbar.

VERWENDUNG

Tafel- und Wirtschaftsapfel

BAUM

robust, schwachwüchsig, neigt zu Alternanz.

HERKUNFT DES BAUMES

LLA Triesdorf?

20 Edelborsdorfer

Weitere Bezeichnungen: Edler Winterborsdorfer, Marschanzker.

ALLGEMEINES

Der aus Sachsen stammende Edelborsdorfer wurde bereits 1561 von Valerius Cordus be­schrieben. Als „Stolz der Deutschen“ gepriesen, war er um 1800 eine der am stärksten ver­breiteten Sorten. Sein guter Geschmack wurde oft gelobt, so z. B. um 1800 vom Pomologen Diel: „Wer einmal einen 4 bis 6 jährigen Cyder von bloßem Borstorfer getrunken hat, wird wünschen, daß man doch die schlechten Rhein- und Mosel-, noch weit mehr aber die schlechten Frankenweine […] dagegen vertauschen könnte“. Als „Perstorfer“ wird die Sorte bereits 1804 für Weimersheim genannt. Heute ist der Edelborsdorfer fast ausgestorben.

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, plattrund oder abgestutzt kugelförmig.

Schale
glatt, glänzend, erst wachsartig weißgelb, später goldgelb, sonnenseitig blutrot verwaschen; oft mit charakteristischen, erhabenen Warzen.

Fleisch
weiß, sehr fein, mit eigentümlichem, weinigem Zuckergeschmack, fein gewürzt.

REIFE

November, hält sich in abnehmender Qualität bis Februar.

VERWENDUNG

sehr wohlschmeckender Tafelapfel, auch als Wirtschaftsapfel sehr gut geeignet; kleine Früchte schmecken besser und feiner gewürzt.

BAUM

langsamer Wuchs, kommt spät in den Ertrag, wird sehr groß und alt; trägt meist nur alle zwei Jahre; der Baum hat hohe Standortansprüche.

HERKUNFT DES BAUMES

Weimersheim.

21 Kugelapfel

Weitere Bezeichnungen: Winterrowiener (Ottmarsfeld), Grüner Stettiner (irrtümlich).

ALLGEMEINES

Der Kugelapfel wurde erst 1855 beschrieben, obwohl er unzweifelhaft viel älter ist. Er war damals in Württemberg und in Bayern häufig und wurde vermutlich vorwiegend von herum­ziehen­den Baumhändlern verbreitet. Er ist leicht mit dem früher sehr beliebten Grünen Stetti­ner zu verwechseln, was vielleicht seine einstige Häufigkeit erklärt. Die Sorte galt bis vor wenigen Jahren als verschollen, doch gibt es im Landkreis noch eine Reihe von Altbäu­men, so z. B. in Kattenhochstatt, Markt Berolzheim, Ottmarsfeld, Osterdorf, Weimersheim sowie im Pfarrgarten Gnotzheim

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß bis groß, kugelförmig.

Schale
glatt, glänzend, grasgrün, am Lager gelbgrün, sonnenseitig gelegentlich verwaschen bräunlichrot.

Fleisch
weiß bis grünlichweiß, sehr saftreich, fest, süßweinsauer, ohne Gewürz.

REIFE

Ende Oktober, haltbar bis weit ins Frühjahr.

VERWENDUNG

Wirtschaftsobst, besonders zur Mostbereitung.

BAUM

wächst ungemein lebhaft, bildet starke Hochstämme und ist sehr fruchtbar.

HERKUNFT DES BAUMES

Kattenhochstatt oder Ottmarsfeld.

22 Gestreifter Cousinot

Weitere Bezeichnungen: Grummetapfel (Holzingen)

ALLGEMEINES

Der Gestreifte Cousinot wurde 1804 anhand von Früchten aus Bendorf bei Koblenz erstmals beschrieben. Über seine weitere Herkunft und Entstehung war schon damals nichts bekannt, die Frucht soll angeblich aus Holland stammen. Der Gruppenname „Cousinot“ geht auf das französische „cuisine“ für Küche und damit auf die Art der Verwendung zurück. Im  Landkreis sind noch Altbäume in Holzingen, auf der Heidenburg bei Trommetsheim und bei Markt Berolzheim zu finden.

 

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, flachkugelig mit kurzem Stiel.

Schale
geschmeidig, gelblichgrün, fast völlig mit auffälligen, karminroten, kurzen Streifen bedeckt, bei Überreife dunkel karminrot.

Fleisch
weiß bis weißgelb, fein, ziemlich saftreich, teilweise rötlich, mit weinsäuerlichem Rosengeschmack.

REIFE

Anfang bis Mitte September, sechs Wochen haltbar.

VERWENDUNG

Tafelapfel, auch als Wirtschaftsapfel.

BAUM

anfangs sehr stark wachsend, wird dann aber nur mittelgroß, breitkronig, frühe Fruchtbarkeit.

HERKUNFT DES BAUMES

Holzingen.

23 Winterveilchenapfel

Weitere Bezeichnungen: Zäpfer (Mittelfranken), Violetter Apfel, Knäcker (mehrdeutig), Kohlapfel, Schwarzapfel.

ALLGEMEINES

Der Zäpfer, so die übliche, sehr alte mittelfränkische Bezeichnung, wurde bereits 1662 vom Altdorfer Professor Moritz Hoffmann erwähnt. Trotz seiner weiten Verbreitung im 19. Jahr­hundert „in verschiedenen Gegenden Süd- und Mitteldeutschlands“ und der großen Häufig­keit in Mittelfranken ist heute nur noch ein Altbaum in Gonnersdorf bei Cadolzburg bekannt. Als traditionsreiche und auch wohlschmeckende Frucht wird die Sorte jedoch seit vielen Jahren wieder vermehrt.

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, veränderlich geformt, oft hoch gebaut und kegelför­mig aussehend, ungleich gewölbt.

Schale
dickschalig, stark bläulich bereift, grüngelb, später hellgelb, fast voll­stän­dig dunkelrot überzogen, sonnenseitig und am Lager oft schwarzrot.

Fleisch
grünlichweiß, fest, mäßig saftig, kräftig süßsäuerlich, sehr aromatisch.

REIFE

November, genussreif Dezember bis Februar.

VERWENDUNG

Wirtschafts- und Mostapfel, auch als Tafelapfel brauchbar

BAUM

klein bis mittelgroß, mit lichter Krone, sehr fruchtbar und anspruchslos an das Klima.

HERKUNFT DES BAUMES

Gonnersdorf bei Cadolzburg.

24 Grüner Stettiner

Weitere Bezeichnungen: Rowiener (mehrdeutig), Grüner Rowiener, Grüner Winterstettiner, Grüner Bietigheimer, Bamberger (Ansbach 1860).

ALLGEMEINES

Die alte deutsche Frucht wurde 1797 vom Pomologen Christ beschrieben. Sie war schon damals weit verbreitet, was auf ein hohes Alter der Sorte schließen lässt. Wegen seiner langen Haltbarkeit war der Grüne Stettiner sehr beliebt. Er wurde häufig mit dem sehr ähnlichen „Kugelapfel“ verwechselt. Im Landkreis stehen noch etliche Alt­bäume, so im Pfarrgarten Gnotzheim, bei Holzingen, Büttelbronn, Roxfeld, Wachstein, Weimersheim und Markt Berolzheim.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß bis groß; regelmäßig flachrund.

Schale
glatt, hellgrün, später gelblichgrün, Deckfarbe bei besonnten Früchten verwaschen trüb rot, hell umhöfte Schalenpunkte.

Fleisch
grünlichgelb, fest, vollsaftig, säuerlich erfrischend, wenig Zucker.

REIFE

Ernte Anfang Oktober, genussreif ab Dezember, sehr lange haltbar bis April.

VERWENDUNG

lange haltbarer Wirtschaftsapfel für den Winter, auch zum Mosten.

BAUM

Wuchs stark, Krone breit ausladend, für Obstwiesen geeignet

HERKUNFT DES BAUMES

Holzingen.

25 Roter Herbstkalvill

Weitere Bezeichnungen: Edelkönig, Blutapfel (Wachenhofen), Zigeuner (Holzingen), Erdbeerapfel, Brestlesapfel (Hundsdorf), Schlotterapfel (Wachenhofen), Himbeerapfel.

ALLGEMEINES

Die alte französische Sorte stammt aus der Auvergne und wurde bereits 1670 beschrieben. Schon um 1800 war sie in Deutschland weit verbreitet und unter zahlreichen Doppelnamen bekannt. Erstmals abgebildet wurde sie in der Würzburger „Pomona Franconica“ des fürst­bischöflichen Hofgärtners Mayer. Im Landkreis sind noch etliche Altbäume der wohlschme­ckenden Sorte bekannt, so in Weißenburg, Wachenhofen, Hunds­dorf, Holzingen, Naßwiesen und Muhr am See.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, kugelig-konisch, unregelmäßig, stark gerippt.

Schale
glatt, fettig, meist glänzend dunkelrot bis schwarzrot; große, hell umrandete Schalenpunkte.

Fleisch
weiß, von roten Adern durchzogen, teils rot marmoriert, saftig, weich, weinsäuerlich, himbeerartig gewürzt.

REIFE

September, reif zu ernten, in abnehmender Qualität bis November haltbar.

VERWENDUNG

früh reifender Tafelapfel, auch zum Dörren vorzüglich.

BAUM

stark wachsend, mit breitpyramidaler Krone.

HERKUNFT DES BAUMES

Holzingen.

26 Weißer Astrachan

Weitere Bezeichnungen: Jakobiapfel, Eisapfel, Russischer Eisapfel, Kornapfel, Astrachani­scher Sommerapfel.

ALLGEMEINES

Vor Einführung des Weißen Klarapfels war der Weiße Astrachan als „Jakobiapfel“ die domi­nierende und weit verbreitete Frühapfelsorte in Deutschland. Der Gnotzheimer Benefiziat Leonhard Koch empfahl 1854 diese russische Sorte ausdrücklich als sehr winterhart und doch fruchtbar. Im Landkreis ist der rotbackige Apfel als „Jakobiapfel“ noch bekannt. Obwohl die Sorte bis mindestens 1910 von einer Ellinger Baumschule angeboten wurde, konnten bisher jedoch keine Altbäume aufgefunden werden. Der Lokalname „Jakobiapfel“ wird heute meist für den Weißen Klarapfel verwendet, was für zusätzliche Verwirrung sorgt.

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, rundlich bis flach kugelförmig, lange Kelchzipfel

Schale
glatt und glänzend, bläulich beduftet, strohweiß, sonnenseitig verwa­schen blass rosenrot.

Fleisch
weiß, fein, saftig, weinsäuerlich, oft durch austretenden Zellsaft glasig, starker Geruch.

REIFE

Ende Juli („Jakobi“ ist der 25. Juli) bis Mitte August.

VERWENDUNG

früher, saftiger Tafelapfel, deutlich besser als der Weiße Klarapfel.

BAUM

stark wachsend mit breit ausladender Krone, Bäume früh fruchtbar, dabei alt werdend und sehr winterhart. Ansprüche gering

HERKUNFT DES BAUMES

unbekannt.

27 Roter Astrachan

Weitere Bezeichnungen: Roter Jakobiapfel, Roter Augustapfel.

ALLGEMEINES

Die Sorte ist russischer Herkunft, wo sie besonders im Wolgagebiet sehr verbreitet war und große wirtschaftliche Bedeutung hatte. Zwischen 1830 und 1850 kam die Sorte nach Deutsch­land. Hier war sie neben dem Weißen Astrachan lange Zeit eine der wichtigsten Frühapfel­sor­ten. Der Rote Astrachan wird ebenso wie der Weiße Astrachan schon seit langer Zeit durch andere Frühapfelsorten verdrängt. So dominiert heute der ebenfalls aus Russland stammende Weiße Klarapfel oder Kornapfel, der teilweise den alten Namen Jakobiapfel übernommen hat.

FRUCHT

Gestalt
kugelförmig bis etwas abgeflacht, ebenmäßig.

Schale
glatt, hellgelb, in der Reife gelblichweiß, doch überwiegend mit karminroter, verwaschener Deckfarbe, am Baum von bläulichem Reif überzogen.

Fleisch
gelblichweiß, unter der Schale oft rötlich und mit roten Adern; ziemlich saftig, süß, etwas säuerlich und angenehm gewürzt.

REIFE

Anfang bis Mitte August, sukzessive reifend, zwei Wochen haltbar.

VERWENDUNG

Früher Tafelapfel.

BAUM

anfangs mittelstark wachsend, später nachlassend, frühe Blüte.

HERKUNFT DES BAUMES

Sortensammlung Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf.

28 Gewürzkalvill

Weitere Bezeichnungen: Calville aromatique.

ALLGEMEINES

Die Sorte war bereits um 1800 in Deutschland und in Frankreich verbreitet. Das etwas düstere, trübe Aussehen der Frucht steht im Gegensatz zur ihren hohen Güte als Tafelapfel. In Deutschland ist derzeit nur ein Altbaum im Landkreis Donau-Ries bei Monheim bekannt.

 

 

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, kugel- bis kegelförmig, unregelmäßig und oft ungleichhälftig, Kelch mit markanten Wülsten, die sich als Rippen über die Frucht ziehen.

Schale
geschmeidig, etwas klebrig-fettig; goldgelb, oft mit trüber karmin- bis braun­roter Deckfarbe; mit deutlichem Veilchen-Geruch.

Fleisch
weißlich, locker, balsamisch gewürzt, weinsäuerlich, vorherrschend süß.

REIFE

Anfang Oktober, haltbar bis Dezember.

VERWENDUNG

Tafelapfel für den Herbst, auch Wirtschaftsapfel.

BAUM

zuerst stark wachsend, erreicht aber nur mittlere Größe; Zweige bei Alt­bäumen oft hängend; braucht trockenen Boden und sonnigen Standort, wird frühzeitig fruchtbar.

HERKUNFT DES BAUMES

Ried bei Monheim.

29 Kleiner Herrenapfel

Weitere Bezeichnungen: Drüfken, Herrenapfel.

ALLGEMEINES

Uralte Sorte, die in Sachsen entstanden ist. Vor 150 Jahren war der wohlschmeckende Kleine Herrenapfel eine der beliebtesten und häufigsten Äpfel in Franken. Benefiziat Koch schreibt: „Dauerte hier im Jahre 1850 bis Lichtmeß, i. l. 2. Febr. Ist in Spielberg und Heidenheim ächt zu haben, u. im J. 1859 auch von mir im Schulgarten dahier vermehrt worden“. Der einzige bekannte Altbaum im Land­kreis steht in Zimmern. Ein weiterer, vor ca. 50 Jahren umveredel­ter Baum ist aus Weimersheim bekannt.

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, flachrund, regelmäßig geformt. „Drüfken“ bezieht sich auf die büschelweise hängenden Früchte; Apfelzwillinge sind häufiger.

Schale
glatt, grünlichgelb, Deckfarbe flächig karminrot.

Fleisch
säurearm und süß, reif bald mehlig.

REIFE

Mitte September, haltbar bis Oktober.

VERWENDUNG

Tafelapfel.

BAUM

Wuchs schwach, Krone kugelig.

HERKUNFT DES BAUMES

Zimmern.

30 Roter Herbstkalvill

Weitere Bezeichnungen: Edelkönig, Blutapfel (Wachenhofen), Zigeuner (Holzingen), Erdbeerapfel, Brestlesapfel (Hundsdorf), Schlotterapfel (Wachenhofen), Himbeerapfel.

ALLGEMEINES

Die alte französische Sorte stammt aus der Auvergne und wurde bereits 1670 beschrieben. Schon um 1800 war sie in Deutschland weit verbreitet und unter zahlreichen Doppelnamen bekannt. Erstmals abgebildet wurde sie in der Würzburger „Pomona Franconica“ des fürst­bischöflichen Hofgärtners Mayer. Im Landkreis sind noch etliche Altbäume der wohlschme­ckenden Sorte bekannt, so in Weißenburg, Wachenhofen, Hunds­dorf, Holzingen, Naßwiesen und Muhr am See.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, kugelig-konisch, unregelmäßig, stark gerippt.

Schale
glatt, fettig, meist glänzend dunkelrot bis schwarzrot; große, hell umrandete Schalenpunkte.

Fleisch
weiß, von roten Adern durchzogen, teils rot marmoriert, saftig, weich, weinsäuerlich, himbeerartig gewürzt.

REIFE

September, reif zu ernten, in abnehmender Qualität bis November haltbar.

VERWENDUNG

früh reifender Tafelapfel, auch zum Dörren vorzüglich.

BAUM

stark wachsend, mit breitpyramidaler Krone.

HERKUNFT DES BAUMES

Holzingen.

31

 

32 Winterveilchenapfel

Weitere Bezeichnungen: Zäpfer (Mittelfranken), Violetter Apfel, Knäcker (mehrdeutig), Kohlapfel, Schwarzapfel.

ALLGEMEINES

Der Zäpfer, so die übliche, sehr alte mittelfränkische Bezeichnung, wurde bereits 1662 vom Altdorfer Professor Moritz Hoffmann erwähnt. Trotz seiner weiten Verbreitung im 19. Jahr­hundert „in verschiedenen Gegenden Süd- und Mitteldeutschlands“ und der großen Häufig­keit in Mittelfranken ist heute nur noch ein Altbaum in Gonnersdorf bei Cadolzburg bekannt. Als traditionsreiche und auch wohlschmeckende Frucht wird die Sorte jedoch seit vielen Jahren wieder vermehrt.

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, veränderlich geformt, oft hoch gebaut und kegelför­mig aussehend, ungleich gewölbt.

Schale
dickschalig, stark bläulich bereift, grüngelb, später hellgelb, fast voll­stän­dig dunkelrot überzogen, sonnenseitig und am Lager oft schwarzrot.

Fleisch
grünlichweiß, fest, mäßig saftig, kräftig süßsäuerlich, sehr aromatisch.

REIFE

November, genussreif Dezember bis Februar.

VERWENDUNG

Wirtschafts- und Mostapfel, auch als Tafelapfel brauchbar.

BAUM

klein bis mittelgroß, mit lichter Krone, sehr fruchtbar und anspruchslos an das Klima.

HERKUNFT DES BAUMES

Gonnersdorf bei Cadolzburg.

33 Grüner Fürstenapfel

Weitere Bezeichnungen: keine / Sortennamen.

ALLGEMEINES

Die sehr alte Sorte war bis etwa 2010 verschollen. Mehrfach wurden andere Sorten fälschlich so bezeichnet. Durch Vergleich mit hessischen Früchten, die noch als Fürstenapfel bekannt waren, konnte die Sorte identifiziert werden.

FRUCHT

mittelgroß bis groß, gleichmäßig kugelförmig mit typisch aufsitzendem Kelchbüschel

 

Fleisch
weiß, sehr fest, saftig, angenehm säuerlich

REIFE

pflückreif im Oktober, genussreif von März bis in den Sommer

VERWENDUNG

lange haltbarer und wohlschmeckender Tafelapfel

BAUM

starker Wuchs mit kugelförmiger Krone; anspruchslos, auch für trockene, sandige Böden und für kalte, raue Obstlagen

HERKUNFT DES BAUMES

Weimersheim.

34 Winterveilchenapfel

Weitere Bezeichnungen: Zäpfer (Mittelfranken), Violetter Apfel, Knäcker (mehrdeutig), Kohlapfel, Schwarzapfel.

ALLGEMEINES

Der Zäpfer, so die übliche, sehr alte mittelfränkische Bezeichnung, wurde bereits 1662 vom Altdorfer Professor Moritz Hoffmann erwähnt. Trotz seiner weiten Verbreitung im 19. Jahr­hundert „in verschiedenen Gegenden Süd- und Mitteldeutschlands“ und der großen Häufig­keit in Mittelfranken ist heute nur noch ein Altbaum in Gonnersdorf bei Cadolzburg bekannt. Als traditionsreiche und auch wohlschmeckende Frucht wird die Sorte jedoch seit vielen Jahren wieder vermehrt.

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, veränderlich geformt, oft hoch gebaut und kegelför­mig aussehend, ungleich gewölbt.

Schale
dickschalig, stark bläulich bereift, grüngelb, später hellgelb, fast voll­stän­dig dunkelrot überzogen, sonnenseitig und am Lager oft schwarzrot.

Fleisch
grünlichweiß, fest, mäßig saftig, kräftig süßsäuerlich, sehr aromatisch.

REIFE

November, genussreif Dezember bis Februar.

VERWENDUNG

Wirtschafts- und Mostapfel, auch als Tafelapfel brauchbar.

BAUM

klein bis mittelgroß, mit lichter Krone, sehr fruchtbar und anspruchslos an das Klima.

HERKUNFT DES BAUMES

Gonnersdorf bei Cadolzburg.

35 Spitzer Prinzenapfel

Arbeitsname: Spitzer Prinzenapfel

Bei diesen Sorten handelt es sich um einen vorläugen Arbeitsnamen, der meist den Herkunftsort und eine einfache Sortenbeschreibung beinhaltet. Diese Sorten sind noch nicht eindeutig bestimmt.

ALLGEMEINES

Die Sorte stammt aus dem ehemaligen Pfarrgarten Westheim an der Straße nach Roßmeiers- dorf. Dort wurde der Urbaum noch im Jahr 2000 mit Früchten angetroffen, doch um 2008 war der vergreiste Altbaum beseitigt worden. Lange vorher wurden jedoch zufällig Edelreiser dieses Baumes von Fritz Renner (Merkendorf) geschnitten und die Sorte in die Obstsamm- lung der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf aufgenommen. Von dort wurden schließlich Edelreiser an die Obstarche Spielberg gegeben.

Wegen mangelnder Früchte konnte bisher keine Bestimmung durchgeführt werden.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, zum Kelch zugespitzt

Schale
vollreif mit gelbbrauner Grundfarbe, mehr als zur Hälfte von roter marmorierter Deckfarbe überdeckt, in der viele kurze blutrote Streifen verlaufen.

Fleisch
unbekannt

REIFE

September

VERWENDUNG

Tafelapfel.

BAUM

unbekannt.

HERKUNFT DES BAUMES

Westheim (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen), gesichert bei LLA Triesdorf

36 Pojnik-Apfel

Weitere Bezeichnungen: Pojnik

ALLGEMEINES

Die Sorte stammt aus dem rumänischen Banat, dort als gut bekannte Nationalsorte; wurde bereits 1860 für Deutschland zum Anbau empfohlen; seither verschollen, erst 2009 im Taubertal bei Würzburg wieder aufgefunden und identifiziert; in Deutschland vermutlich zerstreut verbreitet, bisher bekannt vom Taubertal (hier häufiger), vom Niederrhein, aus Südhessen sowie Schwaben, Mittel- und Oberfranken.

 

FRUCHT

kugeliger bis plattrunder Apfel; Früchte haltbar; Schale glatt und glänzend, bis zur Reife grün, in der Reife schön matt zitronengelb gefärbt, selten rötlich überhaucht.

Fleisch
sehr saftig und wohlschmeckend mit „vorzüglich gewürztem weinigem Zuckergeschmack“; ähnlich der Landsberger Renette, aber süßer

REIFE

Anfang Oktober, essbar von November bis Februar.

VERWENDUNG

sehr guter Tafel-, auch Wirtschaftsapfel.

BAUM

starkwüchsig, etwas empfindlich, verlangt einen geschützten Standort; neigt mitunter zu Alternanz; gut geeignet für den extensiven Streuobstbau, wird spät tragfähig, dann aber regelmäßig.

HERKUNFT DES BAUMES

Haardt bei Weißenburg.

37 Bamberger Blauapfel

Weitere Bezeichnungen: Bläwer, Bleberling, Bamberger Blauapfel, Straßenapfel.

ALLGEMEINES

Der Blauapfel war im 19. Jahrhundert eine der häufigsten Sorten. Wegen des starken Wachs­tums war er bei Baumhändlern beliebt. Straßenapfel nannte man ihn, weil er sehr häufig an der Straße Augsburg – Nürnberg angepflanzt wurde. Bläwer oder Bleberling hieß er aufgrund seiner blau bedufteten Früchte. Wegen der minderwertigen, leicht faulenden Früchte schrie­ben Pomologen vom „berüchtigten Blauapfel“, der „überall ausgerottet werden sollte.“ Trotz­dem wurde der etwas pelzig schmeckende Apfel noch bis 1936 bei einer Ellinger Baum­schule verkauft. Früher durch Baumhändler in ganz Deutschland, Belgien und Frankreich verbreitet, verschwand die Sorte durch Umveredelungen und Verbot des Hausierhandels mit Obstbäu­men fast völlig. Der letzte bekannte Baum am Fischerhaus bei Trommets­heim wurde nach­weislich 1871 gepflanzt.

FRUCHT

Gestalt
groß bis sehr groß, kugelförmig.

Schale
glatt mit ansprechender Färbung, auffallend starke blaue Beduftung.

Fleisch
erst saftig, später trocken und pelzig werdend, kaum süß.

REIFE

Oktober bis November.

VERWENDUNG

Mostapfel minderer Qualität, wird gerne stippig, fault leicht.

BAUM

stark wachsend, regelmäßig tragend.

HERKUNFT DES BAUMES

Fischerhaus bei Trommetsheim.

38 Winterveilchenapfel

Weitere Bezeichnungen: Zäpfer (Mittelfranken), Violetter Apfel, Knäcker (mehrdeutig), Kohlapfel, Schwarzapfel.

ALLGEMEINES

Der Zäpfer, so die übliche, sehr alte mittelfränkische Bezeichnung, wurde bereits 1662 vom Altdorfer Professor Moritz Hoffmann erwähnt. Trotz seiner weiten Verbreitung im 19. Jahr­hundert „in verschiedenen Gegenden Süd- und Mitteldeutschlands“ und der großen Häufig­keit in Mittelfranken ist heute nur noch ein Altbaum in Gonnersdorf bei Cadolzburg bekannt. Als traditionsreiche und auch wohlschmeckende Frucht wird die Sorte jedoch seit vielen Jahren wieder vermehrt.

FRUCHT

Gestalt
klein bis mittelgroß, veränderlich geformt, oft hoch gebaut und kegelför­mig aussehend, ungleich gewölbt.

Schale
dickschalig, stark bläulich bereift, grüngelb, später hellgelb, fast voll­stän­dig dunkelrot überzogen, sonnenseitig und am Lager oft schwarzrot.

Fleisch
grünlichweiß, fest, mäßig saftig, kräftig süßsäuerlich, sehr aromatisch.

REIFE

November, genussreif Dezember bis Februar.

VERWENDUNG

Wirtschafts- und Mostapfel, auch als Tafelapfel brauchbar.

BAUM

klein bis mittelgroß, mit lichter Krone, sehr fruchtbar und anspruchslos an das Klima.

HERKUNFT DES BAUMES

Gonnersdorf bei Cadolzburg.

39 Coulons Renette

Weitere Bezeichnungen: Culons Renette, Reinette Coulon.

ALLGEMEINES

Coulons Renette gehört zur Gruppe der Grauen Renetten, die Dutzende von oft ähnlichen Sorten umfasst. Sie stammt aus Belgien, wo sie um 1850 vom Lütticher Baumschulenbesitzer Coulon aus Samen gezogen wurde. 1856 trug der Sämling erstmals Früchte. Die Frucht ähnelt sehr dem Schönen aus Boskoop, ist aber flacher und meist weniger stark berostet. Früher in ganz Deutschland verbreitet, ist die Sorte heute nur noch gelegentlich anzutreffen.

 

FRUCHT

mittelgroß bis groß, typischerweise flachrund, kleinere Früchte neigen zur Kugelform; mit breiten, aber wenig auffallenden Kanten, Hälften oft ungleich; Stiel meist kurz und nicht aus der Frucht ragend; Schale glatt, gelblichgrün, später gelb, oft verwaschen trübrot mit deutlichen Streifen; Frucht oft düster gefärbt, häufig mit m. o. w. starken Rostanflügen, besonders vom Kelch ausgehend.

Fleisch
gelblich-weiß, feinzellig, mürbe und saftig, mit süßweinartigem, gewürztem Geschmack.

REIFE

Anfang bis Mitte Oktober, Mitte November bis Februar genussreif.

VERWENDUNG

wertvoller Tafelapfel, auch Wirtschaftsapfel; äußerlich jedoch wenig attraktiv.

BAUM

starkwüchsig, bildet kugelförmige, später schirmförmige Kronen; Äste sparrig, oft miteinander gekreuzt; kommt früh in Ertrag.

HERKUNFT DES BAUMES

Weißenburg.

40 Rheinische Schafsnase

Früherer Name:  Glänzende Schafsnase (Ellingen).

Weitere Bezeichnungen: Schafsnase (allgemeine Bezeichnung, die für zahlreiche Sorten verwendet wird).

ALLGEMEINES

Um Frankfurt und am Untermain ist sie eine der häufigsten Sorten, dort wird sie meist nur Schafsnase genannt; durch die Beschreibung im Standardwerk „Deutschlands Obstsorten“ wurde sie seit etwa 1920 in ganz Deutschland verbreitet.

 

FRUCHT

mittelgroß bis groß, kegelförmig mit Tendenz zu glockenförmig (Name); am Rand der Kelchgrube meist typisch grün bleibend; Kelchgrube mit feinen Falten; bronzefarbener, feiner Rost in der Stielgrube; glattschalig; kleine Kerne

Fleisch
gering aromatisch

REIFE

Ende September, bis Januar haltbar

VERWENDUNG

Wirtschaftsapfel; traditionell als Mus oder Kompott

BAUM

insgesamt robust, aber etwas krebsanfällig; geeignet für den extensiven Streuobstbau; ertragreich auf nährkräftigen Böden; nur bis mittlere Lagen

HERKUNFT DES BAUMES

Ellingen

41 Laibstädter Sommerkellerapfel

Arbeitsname: Sommerkellerapfel

Bei diesen Sorten handelt es sich um einen vorläugen Arbeitsnamen, der meist den Herkunftsort und eine einfache Sortenbeschreibung beinhaltet.

Diese Sorten sind noch nicht eindeutig bestimmt.

ALLGEMEINES

Über diese Sorte ist wenig bekannt, weil sie aufgrund des schattigen Standorts selten trägt. Der starke Altbaum mit einem markant gedrehten Stamm steht an der Zufahrt zum Sommerkeller nördlich von Laibstadt (Stadt Heideck, Landkreis Roth)

FRUCHT

Unbekannt

Fleisch
Unbekannt

REIFE

Unbekannt

VERWENDUNG

Unbekannt

BAUM

Unbekannt

HERKUNFT DES BAUMES

Laibstadt.

42 Purpurroter Cousinot

Weitere Bezeichnungen: Purpurroter Cousinot (Magdeburg).

ALLGEMEINES

Die heute noch verbreitete Sorte ist nicht identisch mit dem um 1800 von Diel beschriebenen Purpurroten Cousinot. Sie wurde seit den 1920er Jahren, ausgehend vom Reisermuttergarten Magdeburg, über ganz Deutschland unter dem alten Dielschen Namen verbreitet. Mittlerweile ist aber auch diese Sorte sehr selten geworden und deshalb gefährdet.

 

FRUCHT

Gestalt
fassförmig mit relativ langem Stiel, Schale intensiv dunkelrot mit zahlreichen markanten Schalenpunkten.

Fleisch
oft unter der Schale und an den Gefäßbündeln gerötet.

REIFE

Ende November, bis ins Frühjahr haltbar.

VERWENDUNG

Tafel- und Wirtschaftsapfel

BAUM

robust, schwachwüchsig, neigt zu Alternanz.

HERKUNFT DES BAUMES

LLA Triesdorf?

43 Reichtragender vom Zenngrund

Weitere Bezeichnungen: Zenngründer, Schafsnase.

ALLGEMEINES

Die Lokalsorte wurde um 1900 vom späteren Triesdorfer Lehrer Georg Ries aufgefunden, vermutlich in der Umgebung von Trautskirchen. Ab 1920 wurde sie in der Triesdorfer Baumschule vermehrt und vor allem im südwestlichen Mittelfranken verbreitet. Sie wird bis heute wegen ihres milden säurearmen Geschmacks gerne gepflanzt.

 

 

FRUCHT

kegelförmig, zum Kelch zusammengezogen, unreif mit deutlichem bläulichen Wachsüberzug; Kernhaus sehr stielnah.

Fleisch
weiß, aromatisch, saftig mit wenig Säure, starke Neigung zum Glasigwerden.

REIFE

September, vom Baum essbar und bis November haltbar.

VERWENDUNG

Tafelapfel, auch für Küche und Saft.

BAUM

sehr robust, mittelstark wachsend.

HERKUNFT DES BAUMES

Unbekannt.

44 Roter Herbstkalvill

Weitere Bezeichnungen: Edelkönig, Blutapfel (Wachenhofen), Zigeuner (Holzingen), Erdbeerapfel, Brestlesapfel (Hundsdorf), Schlotterapfel (Wachenhofen), Himbeerapfel.

ALLGEMEINES

Die alte französische Sorte stammt aus der Auvergne und wurde bereits 1670 beschrieben. Schon um 1800 war sie in Deutschland weit verbreitet und unter zahlreichen Doppelnamen bekannt. Erstmals abgebildet wurde sie in der Würzburger „Pomona Franconica“ des fürst­bischöflichen Hofgärtners Mayer. Im Landkreis sind noch etliche Altbäume der wohlschme­ckenden Sorte bekannt, so in Weißenburg, Wachenhofen, Hunds­dorf, Holzingen, Naßwiesen und Muhr am See.

FRUCHT

Gestalt
mittelgroß, kugelig-konisch, unregelmäßig, stark gerippt.

Schale
glatt, fettig, meist glänzend dunkelrot bis schwarzrot; große, hell umrandete Schalenpunkte.

Fleisch
weiß, von roten Adern durchzogen, teils rot marmoriert, saftig, weich, weinsäuerlich, himbeerartig gewürzt.

REIFE

September, reif zu ernten, in abnehmender Qualität bis November haltbar.

VERWENDUNG

früh reifender Tafelapfel, auch zum Dörren vorzüglich.

BAUM

stark wachsend, mit breitpyramidaler Krone.

HERKUNFT DES BAUMES

Holzingen.